GmbH grĂŒnden – Kosten, Mini-GmbH, Schritte & Co.

Die Gesellschaft mit beschrĂ€nkter Haftung (GmbH) gibt es schon sehr lange. Nicht zuletzt deshalb genießt Sie ein hohes Ansehen bei GeschĂ€ftspartnern, Kunden und Geldgebern. Sie gehört zu den beliebtesten Rechtsformen. Aber fĂŒr welche GeschĂ€ftsideen eignet sich die „Grande Dame“? Wie unterscheidet sie sich von anderen Gesellschaftsformen? Welche Vor- und Nachteile bietet die GmbH? Wie wird sie gegrĂŒndet und mit welchen Kosten ist zu rechnen? Diese und viele weitere Fragen klĂ€ren wir in diesem Beitrag.

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Autor: Dr. Robert Beier, LL.M. Dr. Robert Beier, LL.M.

Die GrĂŒndung einer Gesellschaft mit beschrĂ€nkter Haftung sollte sorgfĂ€ltig geplant werden.

 

Was ist eine GmbH?

Die AbkĂŒrzung GmbH steht fĂŒr Gesellschaft mit beschrĂ€nkter Haftung. Wie Unternehmergesellschaften (UGs), Aktiengesellschaften (AGs) und Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA) gehört auch die GmbH zur Gruppe der Kapitalgesellschaften. Gesellschaften mit beschrĂ€nkter Haftung sind rechtlich eigenstĂ€ndig und werden als juristische Personen betrachtet. Sie können im Namen einer GmbH also VertrĂ€ge abschließen. Inhaber der GmbH sind die Gesellschafter, wobei es sich auch nur um eine einzelne Person handeln kann. Der oder die GrĂŒnder haften außerdem nicht mit ihrem Privatvermögen. Das macht die GmbH vor allem fĂŒr UnternehmensgrĂŒnder zu einer beliebten Rechtsform. Die Rechtsgrundlagen sind im GmbH-Gesetz (GmbHG) verankert. Da GmbHs juristisch als Handelsgesellschaften gelten, ist auch das Handelsgesetzbuch (HGB) eine wichtige Rechtsgrundlage. Um eine Gesellschaft mit beschrĂ€nkter Haftung zu grĂŒnden, ist mindestens eine natĂŒrliche Person nötig. DarĂŒber hinaus können aber beliebig viele Gesellschafter, juristische Personen und rechtsfĂ€hige Gesellschaften an der GrĂŒndung beteiligt sein.

Neben der klassischen Form gibt es außerdem folgende Variationen:

  • Unternehmergesellschaft (UG)
  • gemeinnĂŒtzige GmbH (gGmbh)
  • Ein-Personen-GmbH
  • GmbH & Co. KG

Gesellschaften mit beschrÀnkter Haftung sind rechtlich eigenstÀndig und werden als juristische Personen betrachtet.

 

Die Mini-GmbH

Seit November 2008 besteht die Möglichkeit, eine Unternehmergesellschaft (UG) zu grĂŒnden. Sie wird auch hĂ€ufig als „Mini-GmbH“ oder „1-Euro-GmbH“ bezeichnet. Diese Bezeichnungen deuten bereits auf die wichtigsten Eigenschaften fĂŒr ExistenzgrĂŒnder hin. Die UG bezeichnet keine neue Gesellschaftsform, sondern lediglich eine Unterform der GmbH und soll als Einstiegsvariante dienen. Aus diesem Grund können UGs bereits mit einem Euro Startkapital und einfachen GrĂŒndungsmodalitĂ€ten gegrĂŒndet werden. Vor allem die HaftungsbeschrĂ€nkung auf das Gesellschaftsvermögen machen diese Gesellschaftsform so attraktiv fĂŒr ExistenzgrĂŒnder.

Wichtig! Als ExistenzgrĂŒnder sollten Sie unbedingt bedenken, dass das niedrige Stammkapital der Gesellschaft schnell zur ZahlungsunfĂ€higkeit fĂŒhren kann. DarĂŒber hinaus gestaltet sich auch die Aufnahme von Krediten hĂ€ufig als schwierig.

 

Die GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG stellt eine Mischung aus den Rechtsformen GmbH und Kommanditgesellschaft (KG) dar. Laut Definition ist sie aber eine Kommanditgesellschaft und damit eine Personen- und keine Kapitalgesellschaft, wie die GmbH. Der KomplementĂ€r der KG ist normalerweise der Gesellschafter, der persönlich mit seinem privaten Vermögen haftet. Bei der GmbH & Co. KG handelt es sich beim KomplementĂ€r aber nicht um eine natĂŒrliche Person, sondern um eine GmbH. Dabei haftet die GmbH unbeschrĂ€nkt mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Wenn darĂŒber hinaus keine natĂŒrliche Person als zweiten KomplementĂ€r gibt, gibt es auch keinen Gesellschafter, der uneingeschrĂ€nkt haftet.

 

Unterschiede zu anderen Gesellschaftsformen

UG, GbR und OHG sind ĂŒberaus beliebte Alternativen zur GmbH-GrĂŒndung. Um sich einen Überblick zu verschaffen und sich fĂŒr die geeignetste Rechtsform zu entscheiden, haben wir alle Gemeinsamkeiten und Unterschiede in folgender Tabelle ĂŒbersichtlich zusammengefasst:

 

Vor- & Nachteile der GmbH

Die GmbH ist eine ĂŒberaus beliebte Rechtsform bei ExistenzgrĂŒndern. Die GrĂŒndung einer Gesellschaft mit beschrĂ€nkter Haftung sollte jedoch gut ĂŒberlegt sein. Denn bei allen Vorteilen dieser Rechtsform bringt diese natĂŒrlich auch Nachteile mit sich, die viele UnternehmensgrĂŒnder erst im Nachhinein erkennen. Dem kann vorgebeugt werden, indem man sich rechtzeitig mit den Vor- und Nachteilen auseinandersetzt. Dabei hilft folgende Auflistung aller Pros und Contras:

 

 

Hohe FlexibilitÀt

Ein großer Vorteil der GmbH ist das hohe Maß an FlexibilitĂ€t. Das zeigt sich bereits bei der GrĂŒndung. Diese ist fĂŒr jeden gesetzlich rechtmĂ€ĂŸigen Zweck erlaubt. Es spielt also keine Rolle, ob ein KĂŒnstler oder ein Finanzdienstleister eine Gesellschaft mit beschrĂ€nkter Haftung grĂŒnden möchte. Flexibel zeigt sich die Rechtsform der GmbH außerdem bei:

  • der Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrags
  • dem Wechsel von Gesellschaftern, solange dies nicht explizit im Gesellschaftsvertrag eingeschrĂ€nkt wird
  • der Unternehmensnachfolge

DarĂŒber hinaus besteht bei GmbHs die Möglichkeit, einen FremdgeschĂ€ftsfĂŒhrer zu bestellen. Das ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn eine Person mit speziellen Kenntnissen das Unternehmen fĂŒhren soll, die anderenfalls nur eingeschrĂ€nkt vorhanden wĂ€ren.

 

BeschrÀnkte Haftung

Im Gegensatz zu Personengesellschaften sieht die GmbH keine persönliche Haftung der Gesellschafter vor. Das ist fĂŒr viele ein entscheidender Grund bei der Entscheidung fĂŒr die GmbH. Auf diese Weise reduziert sich das Risiko fĂŒr alle Beteiligten. Das fĂ€llt vor allem in bestimmten Berufen, die mit hohen Risiken einhergehen, ins Gewicht. Doch auch hier bestĂ€tigen Ausnahmen die Regel. Verletzt der GeschĂ€ftsfĂŒhrer einer GmbH beispielsweise seine Sorgfaltspflicht, muss er mit seinem Privatvermögen haften.

 

Steuerliche Vorteile

Ob eine GmbH wirklich steuerliche Vorteile mit sich bringt, hĂ€ngt vor allem davon ab, wie die Gewinne verwendet werden. Werden diese beispielsweise nicht ausgeschĂŒttet, sondern in neue IT investiert, fĂ€llt anstatt der Einkommenssteuer die deutlich niedrigere Körperschaftssteuer an. Dieser Vorteil ist aber hinfĂ€llig, sobald die Gewinne ausgeschĂŒttet werden. In diesem Fall greift nĂ€mlich die Kapitalertragssteuer. Die Gewerbesteuer ist bei der GmbH immer zu entrichten. Ein weiteres Beispiel fĂŒr die steuerlichen Vorteile einer GmbH sind die FreibetrĂ€ge fĂŒr Gesellschafter von Familienunternehmen. Wird zum Beispiel eine „atypische stille Gesellschaft“ installiert, wird das Unternehmen gewerblich wie eine Personengesellschaft behandelt. Damit verfĂŒgt es ĂŒber einen Freibetrag von 24.500 Euro und zahlt weniger Steuern. GeschĂ€ftsfĂŒhrer können ihre GehĂ€lter außerdem als Betriebsausgabe deklarieren und so ebenfalls Steuern sparen.

 

Eigene RechtsfÀhigkeit

GmbHs sind Kapitalgesellschaften und damit juristische Personen. Das bedeutet, dass im Namen der GmbH GeschĂ€fte abgeschlossen werden können. So können zum Beispiel Immobilien oder Anteile an anderen Unternehmen erworben werden. Dabei wird die GmbH von der GeschĂ€ftsfĂŒhrung nach außen vertreten. UnternehmensgrĂŒnder haben die Möglichkeit, im Hintergrund zu bleiben.

 

Hohes Ansehen (auch im Ausland)

Obwohl GlĂ€ubiger wegen der HaftungsbeschrĂ€nkung leer ausgehen können, genießt die GmbH sowohl in Deutschland als auch auf internationaler Ebene ein hohes Ansehen. Das liegt vor allem an der Kapitalaufbringung und dem Eintrag ins Handelsregister. GmbHs sind fĂŒr Unternehmen, die eine internationale PrĂ€senz anstreben, also besonders vorteilhaft.

 

Sacheinlagen

Eine weitere Besonderheit der GmbH ist, dass Gesellschafter im Rahmen der GrĂŒndung nicht nur Kapitaleinlagen, sondern auch Sacheinlagen in das Stammkapital einbringen können. Eine Ausnahme bilden hier die Ein-Mann-GmbHs.

 

GrĂŒndung als Einzelperson oder Team

Gesellschaften mit beschrĂ€nkter Haftung können sowohl von Einzelpersonen als auch im Team gegrĂŒndet werden. Bei der GrĂŒndung durch eine einzelne Person spricht man von einer „Ein-Personen-GmbH“ oder auch „Ein-Mann-GmbH“. Hier ist der GrĂŒnder Gesellschafter und GeschĂ€ftsfĂŒhrer in einer Person.

 

 

Hohes Mindestkapital

Die Nachteile der GmbH werden ebenfalls direkt wĂ€hrend der GrĂŒndung deutlich. So ist die GrĂŒndung einer gewöhnlichen GmbH beispielsweise nur möglich, wenn Sie ein Mindestkapital von 25.000 Euro aufbringen können. Dabei muss die HĂ€lfte dieser Summe bereits zur GrĂŒndung eingezahlt werden. Es besteht zwar die Möglichkeit, Sachwerte beizutragen, die Summe von 25.000 Euro kann aber dennoch nicht jeder ohne Weiteres aufbringen. Geldgeber wie Banken und Privatinvestoren nehmen bei der GmbH-GrĂŒndung daher hĂ€ufig eine zentrale Rolle ein.

 

Hoher Arbeitsaufwand

GmbHs gehen mit einem hohen Arbeitsaufwand einher. Allein die GrĂŒndung gestaltet sich verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig aufwendig. Neben der notariellen Beurkundung ist hier auch die Eintragung ins Handelsregister notwendig. Die UnternehmensfĂŒhrung erfordert durch Buchhaltungs- und Bilanzierungspflichten viel Sorgfalt und die Bereitschaft, Zeit in administrative Aufgaben zu investieren.

 

Persönliche Haftung

Eigentlich haften Gesellschafter einer GmbH nicht mit ihrem Privatvermögen. Wie bereits erwĂ€hnt, gibt es hier jedoch einige Ausnahmen. Außerdem unterscheidet sich die HaftungsbeschrĂ€nkung von Gesellschaftern von der GeschĂ€ftsfĂŒhrung. Verletzen GeschĂ€ftsfĂŒhrer zum Beispiel ihre Sorgfaltspflicht, haften sie mit ihrem Privatvermögen. Auch bei der Aufnahme von Krediten ist es hĂ€ufig unumgĂ€nglich, persönlich in Haftung zu gehen. Kommt eine GmbH den steuerlichen Verpflichtungen nicht nach, drohen außerdem Sanktionen.

 

Trennung zwischen Gesellschafter- und Gesellschaftsvermögen

Bei der GmbH ist das Vermögen der Gesellschaft strikt vom Vermögen der Gesellschafter getrennt. So kann es fatale Folgen haben, wenn sich ein Gesellschafter einmal an der Kasse der Gesellschaft bedient. Gewinne werden in der Regel abhĂ€ngig vom GeschĂ€ftsanteil ausgeschĂŒttet. FĂŒr diese AusschĂŒttung ist, anders als bei der Personengesellschaft, ein Gesellschafterbeschluss nötig. Vor allem in der Praxis erweist sich die Trennung von Gesellschaftsvermögen und Gesellschaftervermögen immer wieder als Stolperstein.

 

Publikationspflicht

Die GmbH unterliegt strengen Vorschriften im Hinblick auf BuchfĂŒhrung und deren Veröffentlichung. So muss zum Beispiel der Jahresabschluss veröffentlicht werden. Anhand dieses Jahresabschlusses können sich aber nicht nur Gesellschafter, sondern auch Konkurrenten einen Überblick der GeschĂ€ftslage verschaffen.

 

GmbH-GrĂŒndung

Was sind die Voraussetzungen? In welchen Schritten verlĂ€uft die GrĂŒndung? Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Eine Voraussetzung fĂŒr die GrĂŒndung einer GmbH ist der notariell beglaubigte Gesellschaftsvertrag.

 

Voraussetzungen

Im Rahmen der GmbH-GrĂŒndung mĂŒssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • eine oder mehrere juristische oder natĂŒrliche Personen als GrĂŒnder
  • Mindesteinlagen von insgesamt 12.500 Euro
  • Stammkapital von mindestens 25.000 Euro
  • notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrages
  • Eintragung ins Handelsregister

 

Bei der ExistenzgrĂŒndung wird außerdem zwischen zwei Varianten unterschieden: der BargrĂŒndung und der SachgrĂŒndung. Die BargrĂŒndung ist die deutlich einfachere und schnellere Option. Hier bringen Gesellschafter das notwendige Mindest- und Stammkapital in bar auf. Die SachgrĂŒndung gestaltet sich dagegen etwas komplizierter. Hier werden Mindest- und Stammeinlagen vor allem durch Sachwerte geleistet. Dabei mĂŒssen sĂ€mtliche Sachwerte im Gesellschaftsvertrag beschrieben und geschĂ€tzt werden. Auch ein SachgrĂŒnderbericht ist anzufertigen. Bei der Eintragung ins Handelsregister sind außerdem sĂ€mtliche Unterlagen, die fĂŒr eine Sacheinlage benötigt werden, vorzulegen.

Im Rahmen der GmbH-GrĂŒndung wird zwischen Bar- und SachgrĂŒndung unterschieden.

 

Ablauf

Die GrĂŒndung einer GmbH ist entgegen vieler Erwartungen gar nicht so unkompliziert. Mit ausreichend Grundwissen und gegebenenfalls professioneller UnterstĂŒtzung gelingt sie in der Regel aber sauber. Wir von Notar-Darmstadt-BP.de zeigen Ihnen daher die wichtigsten Schritte, die Sie im Rahmen Ihrer ExistenzgrĂŒndung beachten sollten.

 

 

  1. Aufsetzen des Gesellschaftsvertrages

Zuallererst sollte geklĂ€rt werden, wer an der GrĂŒndung beteiligt sein soll und was die konkrete GeschĂ€ftsidee ist. Diese und weitere Formalien sind dann im Gesellschaftsvertrag festzuhalten. Die GrĂŒndung mithilfe eines Musterprotokolls kann eine sinnvolle Alternative sein. Dies ist aber nur bis zu einer Grenze von drei GrĂŒndern sinnvoll. Wenn Sie sich dagegen fĂŒr einen individuellen Gesellschaftsvertrag entscheiden, ist die Beratung durch einen Notar oder Anwalt empfehlenswert. HierfĂŒr stehen wir Ihnen gerne zur VerfĂŒgung.

 

  1. Notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrages

Der nĂ€chste Schritt nach der Erstellung des Gesellschaftsvertrages ist dessen notarielle Beurkundung. Hierzu muss ein Termin mit einem Notar vereinbart werden, an dem alle Gesellschafter anwesend sind. Nachdem der Notar den Vertrag dann allen Anwesenden nochmals vorgelesen hat, mĂŒssen diese unterschreiben. Anschließend erfolgt die notarielle Beglaubigung und der Notar erstellt eine Gesellschafterliste. Nach dem Notarbesuch wird aus der „VorgrĂŒndergesellschaft“ eine „GmbH in GrĂŒndung“. Erst mit der Eintragung ins Handelsregister wird aus der „GmbH i.G.“ die GmbH.

 

 

  1. Einzahlung der Stammeinlage auf das GeschÀftskonto

Im nĂ€chsten Schritt mĂŒssen GrĂŒnder ein GeschĂ€ftskonto bei einer beliebigen Bank eröffnen. Auf dieses Konto muss mindestens die HĂ€lfte des Stammkapitals (12.500 Euro) eingezahlt werden. Das Geldinstitut muss die Einzahlung dann unbedingt bescheinigen. Diese Bescheinigung wird fĂŒr den nĂ€chsten Schritt, die Eintragung ins Handelsregister, benötigt.

 

  1. Eintragung ins Handelsregister

Um die GmbH ins Handelsregister eintragen zu lassen, legen Sie den Nachweis zur Einzahlung der Stammeinlage einem Notar vor. Er nimmt dann Kontakt zum zustÀndigen Amtsgericht auf. Ist die Anmeldung erfolgt, erhalten Sie eine entsprechende Information und Post vom Finanzamt.

 

  1. Anmeldung beim Finanzamt

Nach der Anmeldung beim Handelsregister erhalten Sie vom Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Lassen Sie sich am besten von einem Steuerberater beim AusfĂŒllen helfen, wenn Sie an manchen Stellen Fragen haben oder unsicher sind. Neben dem ausgefĂŒllten Fragebogen verlangt das Finanzamt auch einige Unterlagen, wie den Handelsregisterauszug und den Gesellschaftsvertrag. Nachdem Sie alle erforderlichen Unterlagen eingereicht haben, erhalten Sie eine Steuernummer. Mit ihr können Sie offiziell Rechnungen im Namen der Unternehmung schreiben.

 

  1. Gewerbe anmelden

Um mit der GmbH offiziell GeschĂ€fte fĂŒhren zu können, muss außerdem ein Gewerbe angemeldet werden. HierfĂŒr ist der ausgefĂŒllte Gewerbeschein beim zustĂ€ndigen Gewerbeamt einzureichen. Solche Gewerbescheine sind hĂ€ufig online zu finden. Im Rahmen der Gewerbeanmeldung mĂŒssen folgende Angaben gemacht werden:

  • Name & Rechtsform des Unternehmens
  • Anzahl juristischer Vertreter
  • Adresse & Kontaktdaten des Unternehmens
  • geschĂ€ftliche AktivitĂ€ten
  • Ort und Nummer des Handelsregistereintrags

 

  1. Anmeldung bei anderen Ämtern und Behörden

Ein letzter Schritt bei der GmbH-GrĂŒndung ist die Anmeldung bei diversen anderen Anlaufstellen. So ist die Anmeldung bei der IHK oder HWK fĂŒr Gewerbetreibende grundsĂ€tzlich Pflicht. Wenn Sie Mitarbeiter einstellen wollen, muss fĂŒr die GmbH außerdem eine Betriebsnummer bei der Agentur fĂŒr Arbeit beantragt werden. Die Anmeldung bei der zustĂ€ndigen Berufsgenossenschaft wird nicht selten vergessen. Sie sollte innerhalb einer Woche nach der GrĂŒndung erfolgen. Je nach geplanter TĂ€tigkeit sind auch Wege zum Bauamt oder zum Ordnungsamt nötig.

 

Kosten

Die Kosten fĂŒr die GmbH-GrĂŒndung belaufen sich auf einen mittleren drei- bis niedrigen vierstelligen Betrag.

 

Die Höhe der Kosten einer GmbH-GrĂŒndung ist von verschiedenen Faktoren abhĂ€ngig. GrundsĂ€tzlich kann aber von einem mittleren drei- bis niedrigen vierstelligen Betrag ausgegangen werden. Die wichtigsten Kostenpositionen sind:

 

  • Kosten fĂŒr den Gesellschaftsvertrag
  • Notarkosten fĂŒr die Beurkundung und Anmeldung
  • Kosten fĂŒr die Eintragung ins Handelsregister
  • Kosten eines Steuerberaters fĂŒr die Erstellung der Eröffnungsbilanz

 

Die Kosten fĂŒr den Gesellschaftsvertrag hĂ€ngen hauptsĂ€chlich davon ab, ob eine bestehende Vorlage verwendet wird oder ob man sich von einem Anwalt umfangreich beraten lĂ€sst. Letzteres ist vor allem bei komplexeren GrĂŒndungen und Beteiligungen externer Kapitalgeber empfehlenswert. Die Notarkosten fĂŒr Beurkundungs- und AnmeldungsvorgĂ€nge sind vom Gegenstandswert der Gesellschaft, der Zahl der Gesellschafter und den Aufgaben des Notars abhĂ€ngig. Die Eröffnungsbilanz ist bei der GmbH-GrĂŒndung unbedingt erforderlich. Die Kosten richten sich hauptsĂ€chlich danach, ob die Leistung eines Steuerberaters in Anspruch genommen wird. Weitere Kosten, die im Rahmen der GmbH-GrĂŒndung anstehen, sind die MitgliedsbeitrĂ€ge bei der IHK oder HWK. Die Zahlungsaufforderung erhalten GrĂŒnder in der Regel kurz nach der ExistenzgrĂŒndung. Die nachfolgende Übersicht soll einen detaillierten Einblick in die GrĂŒndungskosten geben:

 

 

Beurkundung des Gesellschaftsvertrages

Die Kosten fĂŒr die Beurkundung des Gesellschaftsvertrages sind unumgĂ€nglich. Bei Ein-Personen-GmbHs fallen dafĂŒr GebĂŒhren in Höhe von 125 Euro an. Bei GmbHs mit mehr als einem Gesellschafter wird die doppelte GebĂŒhr berechnet. Die Bestellung des GeschĂ€ftsfĂŒhrers und die Beschlussfassung der Gesellschafterversammlung können GrĂŒnder grundsĂ€tzlich selbst erledigen, da keine notarielle Beurkundung nötig ist. Hier mĂŒssen GrĂŒnder aber selbst Sorge tragen, dass die Beschlussfassung korrekt ist. Entscheiden Sie sich dafĂŒr, Hilfe von einem Notar in Anspruch zu nehmen, fallen bei Ein-Personen-GmbHs GebĂŒhren in Höhe von 250 Euro und bei GmbHs mit mehreren Gesellschaftern in Höhe von 134 Euro an.

 

Erstellung der Gesellschafterliste

Auch die Erstellung der Gesellschafterliste ist grundsĂ€tzlich ohne notarielle Hilfe möglich. Allerdings beinhaltet die Erstellung durch einen Notar auch die Abstimmung der Firmierung mit der IHK. FĂŒr diesen Fall betragen die Kosten bei Ein-Personen-GmbHs 57,60 Euro und bei „Mehrpersonen“-GmbHs 96 Euro. Bei der Erstellung ohne Notar besteht das Risiko, dass die Eintragung beim zustĂ€ndigen Amtsgericht wegen Firmierungsproblemen vorerst abgelehnt wird. Das bedeutet nicht nur einen Zeitverlust, sondern auch die Verursachung weiterer Kosten.

 

Überwachung der Stammkapitaleinzahlung

Die Überwachung der Stammkapitaleinzahlung durch einen Notar ist im Sinne eines reibungslosen Eintragungsprozesses Ă€ußerst empfehlenswert. HierfĂŒr entstehen GebĂŒhren in Höhe von 62,50 €.

 

Post- und TelekommunikationsgebĂŒhren

Die Post- und TelekommunikationsgebĂŒhren sowie die Kosten fĂŒr Kopien und Ausdrucke werden vom Notar als PauschalbetrĂ€ge abgerechnet. Die Höhe der dafĂŒr anfallenden Kosten können Sie der Tabelle entnehmen.

 

Zusammenfassung

Die GmbH zÀhlt zur Gruppe der Kapitalgesellschaften und wird als eigenstÀndige kuristische Person betrachtet.

 

Allgemeines zur GmbH

Die Gesellschaft mit beschrĂ€nkter Haftung gehört zur Gruppe der Kapitalgesellschaften und wird dementsprechend als rechtlich eigenstĂ€ndige juristische Person betrachtet. Inhaber sind die Gesellschafter und UnternehmensgrĂŒnder und haften nicht mit ihrem Privatvermögen. Es gibt verschiedene Unterformen der GmbH. Als Einstiegsvariante gilt die Unternehmergesellschaft (UG). Sie kann bereits mit einem Startkapital von einem Euro gegrĂŒndet werden.

 

Vor- und Nachteile einer GmbH

Wie alle Gesellschaftsformen bietet auch die GmbH verschiedene Vor- und Nachteile. Vor allem bei ExistenzgrĂŒndern ist die Rechtsform ĂŒberaus beliebt. Das liegt vor allem an der hohen FlexibilitĂ€t, der beschrĂ€nkten Haftung, steuerlichen Vorteilen und daran, dass GmbHs sowohl von einer als auch von mehreren Personen gegrĂŒndet werden können. Weitere Vorteile sind die eigene RechtsfĂ€higkeit sowie das hohe Ansehen. DarĂŒber hinaus können nicht nur Kapital-, sondern auch Sacheinlagen in das Stammkapital eingebracht werden. Nachteile der GmbH sind das verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hohe Mindestkapital von 25.000 Euro bei der GrĂŒndung einer gewöhnlichen GmbH, der hohe Arbeitsaufwand und die persönliche Haftung. Die Trennung zwischen Gesellschafter- und Gesellschaftsvermögen kann sowohl vorteilhaft als auch problematisch sein. Weitere Nachteile sind die Publikationspflicht und die persönliche Haftung, die unter bestimmten UmstĂ€nden möglich ist.

 

GrĂŒndungsvoraussetzungen

Damit eine GmbH gegrĂŒndet werden kann, mĂŒssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Hierzu zĂ€hlen vor allem eine oder mehrere juristische oder natĂŒrliche Personen als GrĂŒnder, Mindesteinlagen in Höhe von 12.500 Euro und ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro. Ein notariell beurkundeter Gesellschaftsvertrag sowie die Eintragung ins Handelsregister sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen.

 

Ablauf der GmbH-GrĂŒndung

Die eigentliche GrĂŒndung beginnt mit dem Aufsetzen des Gesellschaftsvertrages und dessen notarieller Beurkundung in Anwesenheit aller Gesellschafter. Im nĂ€chsten Schritt gilt es, ein GeschĂ€ftskonto zu eröffnen und die Stammeinlagen einzuzahlen. Danach erfolgen die Eintragung ins Handelsregister sowie die Gewerbeanmeldung. Nach der Anmeldung beim Finanzamt sind in der Regel noch weitere AnmeldevorgĂ€nge bei anderen Ämtern und Behörden nötig.

 

GrĂŒndungskosten

Die Kosten fĂŒr die GrĂŒndung einer GmbH richten sich nach verschiedenen Kostenpositionen. Zu den wichtigsten gehören die Kosten fĂŒr den Gesellschaftsvertrag, Notarkosten fĂŒr Beurkundungs- und AnmeldevorgĂ€nge, die Kosten fĂŒr die Eintragung ins Handelsregister sowie ggf. die Kosten eines Steuerberaters fĂŒr die Erstellung der Eröffnungsbilanz. GrundsĂ€tzlich kann von einem mittleren drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich ausgegangen werden.

 

Wir unterstĂŒtzen Sie gern!

Der Vorgang einer GmbH-GrĂŒndung ist, wie Sie sehen, nicht ganz unkompliziert. Es ist daher immer ratsam, sich so frĂŒh wie möglich UnterstĂŒtzung bei einem Anwalt oder Notar zu suchen. Wir von Notar-Darmstadt-BP.de helfen Ihnen gern bei der GrĂŒndung Ihrer GmbH oder anderen Anliegen im Bereich Gesellschaftsrecht. Bei uns erhalten Sie eine persönliche und kompetente Beratung. Mit Fachwissen, langjĂ€hriger Erfahrung und kostenbewussten Strukturen setzen wir uns gerne fĂŒr Sie ein. Kontaktieren Sie uns einfach telefonisch unter 06151 / 130 230 oder ĂŒber unser Kontaktformular.

 

Checkliste

Damit Sie im Rahmen der GmbH-GrĂŒndung keine wichtigen Schritte auslassen und zu jeder Zeit wissen, an welcher Stelle im GrĂŒndungsprozess Sie sich befinden, haben wir Ihnen die folgende Checkliste zusammengestellt:        

  1. Was ist die GeschÀftsidee/der Unternehmensgegenstand?
  2. Wer soll an der GrĂŒndung beteiligt sein?
  3. Unternehmensnamen festlegen
  4. Wie hoch soll das Stammkapital sein?
  5. Gesellschaftsvertrag aufsetzen
  6. Notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags & Erstellung der Gesellschafterliste
  7. GeschÀftskonto eröffnen
  8. Einzahlung des Stammkapitals
  9. Eintragung ins Handelsregister
  10. Briefkasten einrichten
  11. Anmeldung beim Finanzamt
  12. Gewerbeanmeldung
  13. Anmeldung bei anderen Ämtern und Behörden
  14. Versicherungen abschließen
  15. GeschĂ€ftspapiere mit notwendigen Informationen fĂŒr den Schriftverkehr erstellen

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